| Description |
Kölns schönster und ältester Speisesaal, das Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum, wird erstmals seit römischer Zeit beim Kölner G8-Gipfel wieder als intimer Ort des Speisens und Redens genutzt: Am Freitag, 18. Juni 1999, genießen die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten auf dem Mosaik ein viergängiges Abendessen und am Samstag, 19. Juni 1999, ein dreigängiges Mittagessen. Das fast 75 Quadratmeter große (10,60 x 7 Meter) und aus circa 1,5 Millionen Mosaiksteinchen (je ein Quadratzentimeter groß) bestehende Dionysos-Mosaik aus den Jahren um 220/230 n. Chr. bedeckte den Boden des zentralen Festsaals einer 20-Zimmer-Villa (Grundstücksfläche 3.300 Quadratmeter), deren Räume um einen inneren Ziergarten angeordnet waren. 355 n. Chr. wurde diese Villa neben vielen anderen verwüstet, als die Franken Köln zum ersten Mal eroberten. Jahrhunderte lang blieb es verborgen. Erst im Jahre 1941, als man Ausschachtungen für den Dom-Bunker vornahm, kam das wertvolle Mosaik wieder zum Vorschein. Anders als in der Antike - römischer Sitte gemäß waren Speisesofas mit einzelnen kleinen Tischen an den Seiten aufgestellt - wird jetzt für die Essen der Staatsgäste ein runder Acryltisch mit 3,50 Meter Durchmesser in die Mitte des Mosaiks gestellt. Dieses wird von zwölf Millimeter starken Acrylplatten vor Beschädigungen geschützt: Zwischen dem Mosaik und den auf durchsichtigen Noppen ruhenden Acrylplatten sind 25 Millimeter Luft. Der Tisch ist so auf dem Mosaik plaziert, daß unter seiner Mitte das zentrale Bildfeld zu sehen sein wird: Ein junger, trunkener Dionysos stützt sich auf einen Satyr, neben beiden liegt ein großes leeres Trinkgefäß auf dem Boden. Die Mosaikbilder mit Dionysos, Mänaden und Satyrn, alle mit Bezug zum Dionysos-Mythos, hatten damals mehr als nur dekorativen Sinn: Für den noblen gebildeten Hausherrn waren sie zugleich Symbole ewiger Jugend, Lebensfreude, Unsterblichkeit und Glück ohne Unterlaß.
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